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Oststraße 47–49

Aus AhlenWiki
Oststraße 47–49
51.7630367.891901
Anschrift Oststraße 47–49



Baujahr 1956
Architekt E. Mattern
Ursprüngliche Nutzung Wohn- und Geschäftshaus / Kaufhaus
Karte

Das Gebäude Oststraße 47–49 ist ein 1956 errichtetes Wohn- und Geschäftshaus. Die beiden unteren Etagen wurden ursprünglich langfristig an die Kaufhauskette Woolworth vermietet.

Der Bau gilt als eines der deutlichsten Ahlener Beispiele für die gestalterische Neuausrichtung der Architektur nach dem Zweiten Weltkrieg.

Geschichte

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1956 für den Ahlener Kaufmann Johann Münstermann nach Plänen des Hammer Architekten E. Mattern (BDA) errichtet.

Für den Neubau wurden auch die angrenzenden ehemaligen Hausstellen Oststraße 49 und Hellstraße 21 einbezogen.

Die beiden unteren Etagen wurden langfristig an die Firma Woolworth verpachtet. Das Unternehmen betrieb dort ein Einheitspreiskaufhaus.

Architektur

Das Gebäude wurde als viergeschossiger Stahlbetonbau mit Flachdach errichtet. An das Vorderhaus an der Oststraße schließt sich eine eingeschossige Hofüberbauung mit Flachdach an.

Das weitläufige Erdgeschoss diente als durchgehende Verkaufsfläche. Im ersten Obergeschoss des Vorderhauses waren die notwendigen Nebenräume des Kaufhauses untergebracht.

Die beiden darüberliegenden Geschosse wurden als Wohnungen ausgebaut. Sie verfügen über Bad, Küche und rückwärtige Balkone und werden über offene Laubengänge an der Vorderseite erschlossen.

Die Laubengänge gehören zu den wesentlichen Gestaltungselementen der Rasterfassade. Schmale Stahlstützen und knapp dimensionierte Deckenplatten sollten dem Gebäude eine leichte und moderne Wirkung verleihen.

Das Fassadenraster beginnt oberhalb der Kragplatte über der durchgehenden Schaufensterfront des Erdgeschosses. Auch die Fenster des ersten Obergeschosses und des Treppenhauses ordnen sich in dieses Raster ein.

Fassadengestaltung

Zunächst erhielt das Gebäude lediglich eine provisorische Sichtbetonfassade.

1962 wurde die Fassadengestaltung vollendet. Dabei kamen teilweise römischer Travertin sowie im Bereich der Brüstungen Serpentin zum Einsatz.

Die Architektur sollte bewusst modern und international wirken und unterschied sich damit deutlich von der älteren Bebauung der Innenstadt.

Veränderungen

1971 wurde ein Fahrstuhl eingebaut.

1973 erfolgte ein Umbau der Schaufenster.

Im Jahr 2006 schloss das Woolworth-Kaufhaus. Anschließend wurde die ehemalige Verkaufsfläche in zwei kleinere Ladengeschäfte unterteilt.

Denkmalschutz

Zum Denkmal gehören das viergeschossige Vorderhaus an der Oststraße sowie das rückwärtig anschließende eingeschossige Ladengebäude.

Im Bereich des ehemaligen Kaufhauses beschränkt sich der Denkmalwert aufgrund späterer Veränderungen im Wesentlichen auf die konstruktiven Elemente wie Wände, tragende Bauteile und Flachdach.

Nicht zum Denkmal gehören der zur Hellstraße ausgerichtete Baukörper mit Satteldach sowie der eingeschossige Lieferanteneingang.

Das Gebäude ist nach Einschätzung der Denkmalpflege bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ahlen sowie für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse.

Von besonderer Bedeutung ist der Wandel des Einzelhandels nach 1950, als zunehmend überregional tätige Handelsunternehmen in Mittelstädten wie Ahlen Fuß fassten.

Für die Erhaltung des Gebäudes liegen insbesondere architekturgeschichtliche Gründe vor. Die Denkmalpflege bewertet es als eines der deutlichsten Beispiele in Ahlen für die bewusste Hinwendung zu einer modernen und international ausgerichteten Architektur nach 1945.

Quellen


  • Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2010 zur Stadtbild- und Denkmalpflege.