Moltekstraße 11
| Moltekstraße 11 | |
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51.7652077.897169 Koordinaten: 51° 45′ 55″ N, 7° 53′ 50″ O
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| Anschrift | Moltkestraße 11
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| Baujahr | 1912/13 |
| Architekt | Franz Weber |
| Ursprüngliche Nutzung | Wohnhaus |
Das Gebäude Moltkestraße 11 ist eine 1912/13 errichtete Fabrikantenvilla. Sie entstand für den Fabrikanten Heinrich Winkelmann, Inhaber der Firma Winkelmann & Pannhoff GmbH.
Geschichte
Das Haus wurde 1912/13 für Heinrich Winkelmann errichtet. Winkelmann war Inhaber eines Betriebes zur Herstellung von Metallrohwaren, der Winkelmann & Pannhoff GmbH. Ausgeführt wurde der Bau durch das Baugeschäft Franz Weber.[1]
Errichtet wurde die Villa als freistehendes Einfamilienhaus auf einem Eckgrundstück. Zur ursprünglichen Anlage gehörte auch eine Einfriedung.[1]
Die Umfassungswände des Gebäudes bestehen aus Backstein, die Zwischendecken wurden aus Tannenbalken hergestellt.[1]
Architektur
Das zweigeschossige Wohnhaus steht auf einem hohen Sockelgeschoss, das als Wirtschaftsgeschoss ausgebaut wurde. Darüber befindet sich ein ausgebautes Mansarddach.[1]
Die Gestaltung des Hauses zeigt den Übergang zwischen verschiedenen Architekturrichtungen des frühen 20. Jahrhunderts. In seiner Grundkonzeption steht das Gebäude noch in der Tradition des Villenbaus des späten 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig zeigen sich Einflüsse des Jugendstils, des Neobarock sowie des Heimatstils.[1]
Durch gegeneinander versetzte Gebäudeteile entstand ein malerisch gegliederter Baukörper mit verschiedenen Vor- und Rücksprüngen. Die beiden Straßenfassaden wurden mit großformatigen Stuckelementen gestaltet.[1]
Inneres
Der Zugang zum Gebäude erfolgt über eine seitliche, überdachte Vortreppe und eine teilweise verglaste Haustür. Dahinter öffnet sich eine zentrale Diele mit einer offenen Etagentreppe.[1]
Das Treppenhaus wird durch große Fenster mit Kunstverglasung in der nördlichen Seitenwand belichtet. Am Wendepodest befanden sich ursprünglich Aborte. Da zum Zeitpunkt der Errichtung noch keine Kanalisation vorhanden war, gehörte dazu eine Grube seitlich des Hauses im Garten.[1]
Um die Hallen im Erd- und Obergeschoss waren die Wohnräume angeordnet. Im Erdgeschoss wurden Pitchpine-Dielen verwendet, in den übrigen Bereichen Tannendielen.[1]
Zur Moltkestraße lagen im Erdgeschoss der Salon mit einem verglasten Vorbau sowie das Wohnzimmer. Auf der rückwärtigen Seite befanden sich das Speisezimmer und die Küche. Das Speisezimmer besaß ebenfalls einen verglasten Vorbau, der durch eine innere Glaswand als Wintergarten abgetrennt werden konnte. An die Küche schloss sich eine Speisekammer an. Sowohl Küche als auch Speisezimmer hatten Ausgänge zu einer Treppe in den rückwärtigen Garten.[1]
Im Obergeschoss befanden sich drei Schlafzimmer. Zwei davon verfügten über Balkone oberhalb der verglasten Vorbauten des Erdgeschosses. Über der Speisekammer lag das Badezimmer mit abgetrennter Toilette.[1]
Im unteren Dachgeschoss waren Kammern für das Hauspersonal untergebracht; daneben befand sich nicht ausgebauter Bodenraum.[1]
Bemerkenswert waren die Türen des Erdgeschosses. Sie erhielten aufwendig gestaltete breite Holzrahmungen in neoklassizistischen Formen.[1]
Für die damalige Zeit verfügte das Haus zudem über eine moderne Heizungsanlage. Eingebaut wurde eine sogenannte „Zentralniederdruck-Wasserheizung“.[1]
Veränderungen
1931 wurde die Einfriedung an der Moltkestraße erneuert. Dieser Teil der Einfriedung ist heute nicht mehr erhalten.[1]
Um 1960 wurde das Wohnhaus modernisiert. Dabei wurden einige Fenster im rückwärtigen Gebäudebereich verändert. Große Teile der Fassade erhielten außerdem einen zusätzlichen Putz. Der grundsätzliche Charakter des Hauses blieb nach Einschätzung der Denkmalpflege dadurch jedoch erhalten.[1]
Auch im Inneren blieb die historische Raumstruktur mit ihren wesentlichen Elementen weitgehend erhalten. Veränderungen betrafen vor allem die Nutzung einzelner Räume sowie einige Türen.[1]
Denkmalschutz
Zum Denkmalumfang gehören das Wohnhaus sowie die erhaltenen Teile der historischen Einfriedung.[1]
Die Denkmalpflege bewertet das Gebäude als bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ahlen sowie für die Geschichte der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Dabei kommt insbesondere der Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts Bedeutung zu, als sich Wohnort und Arbeitsstätte zunehmend voneinander trennten und eigenständige Villenviertel entstanden.[1]
Für die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes liegen nach der Denkmalbewertung wissenschaftliche Gründe vor.[1]
Quellen
- Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2018.

