Kirchengemeinde St. Pankratius Vorhelm
Die St. Pankratius Kirchengemeinde war die katholische Pfarrgemeinde im heutigen Ahlener Ortsteil Vorhelm. Mittelpunkt der Gemeinde ist die St.-Pankratius-Kirche.
Die Geschichte der Kirchengemeinde reicht bis in das Mittelalter zurück. Ausgangspunkt war eine Eigenkirche des Hauses Vorhelm, die im Jahr 1193 im Zuge der kirchlichen Neuordnung zur Pfarrkirche erhoben wurde.[1]
Geschichte
Anfänge
Die Ursprünge der Kirchengemeinde stehen in engem Zusammenhang mit dem Rittersitz Vorhelm.
Das erste Gotteshaus soll von den Bewohnern des Hauses Vorhelm errichtet und dem heiligen Pankratius geweiht worden sein.
Im Jahr 1193 ordnete Bischof Hermann II. von Münster die Vorhelmer Eigenkirche dem Archidiakonat St. Mauritz zu und erhob sie zur Pfarrkirche.[1]
Damit gehört St. Pankratius zu den älteren Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet von Ahlen.
Mittelalter und frühe Neuzeit
Aus den folgenden Jahrhunderten sind nur einzelne Geistliche namentlich überliefert.
Die historische Pfarrseite nennt für das Jahr 1404 Heinrich Sune als Pfarrer. Weitere frühe Pfarrer sind unter anderem Johan von Ahlen im Jahr 1474 und Johan Gropeling im Jahr 1497.[1]
Bereits im späten Mittelalter bestanden neben der eigentlichen Pfarrstelle weitere kirchliche Ämter.
Eine Vikarie am St.-Annen-Altar wird erstmals 1487 erwähnt. Sie war eine Stiftung des Hauses Vorhelm.
1503 wird ein Vikar namens Jaspert beziehungsweise Jasper genannt. Im Jahr 1518 ist erneut ein Vikar „to Sunte Annen Altar“ belegt.[1]
Im Jahr 1640 wurde die Vikarie durch das Haus Vorhelm neu gestiftet.
Ab diesem Zeitpunkt lässt sich die Reihe der Vikare weitgehend geschlossen nachvollziehen.
Küster und Organisten
Auch das Küsteramt lässt sich in Vorhelm über mehrere Jahrhunderte verfolgen.
Nach Angaben der historischen Pfarrseite ist die Liste der Küster ab 1648 nahezu vollständig.
Der Begriff „Küster“ leitet sich vom lateinischen custos für „Wächter“ ab.
In Vorhelm waren die Küster häufig zugleich als Organisten tätig.[1]
Frühe nachweisbare Pfarrer
Für die Zeit vor der Mitte des 17. Jahrhunderts ist die Überlieferung lückenhaft. Die historische Archivseite nennt folgende Geistliche:[1]
| Jahr | Pfarrer |
|---|---|
| 1404 | Heinrich Sune |
| 1474 | Johan von Ahlen |
| 1497 | Johan Gropeling |
| 1503 | Jaspert (Jasper) |
| 1521 | Johan Kentelling |
| unbekannt | Johan Hoetmacher |
| unbekannt | Dietrich Köne |
| 1562 | Suitbert Pylsticker |
| 1571 | Henricus Frie |
| 1582 | Kanonikus Staal |
| 1613 | Johannes Grüter |
| 1625 | Heinrich Hardenberg |
| 1629 | Bernhard Halvixbeck |
| 1653 | Gerhard Relne |
Pfarrer, Vikare und Küster
Aus den überlieferten Amtszeiten lässt sich ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts weitgehend nachvollziehen, welche Pfarrer, Vikare und Küster gleichzeitig in Vorhelm tätig waren.
Die folgende Übersicht wurde anhand der auf der historischen Archivseite angegebenen Amtszeiten zusammengestellt. Da einzelne Amtsantritte und Amtsenden nur nach Jahren angegeben sind, können bei Wechseln innerhalb eines Jahres Überschneidungen bestanden haben.[1]
| Pfarrer | Amtszeit | Gleichzeitig tätige Vikare | Gleichzeitig tätige Küster |
|---|---|---|---|
| Melchior Hannasch | 1655–1664 | Johann Sülten | Franz Richter Henrich Richter |
| Bernhard Chondrup | 1664–1706 | Johann Sülten Stephan Natarp |
Henrich Richter Franz-Henrich Richter Johan-Henrich Schulte |
| Bernhard Wiedemann | 1706–1746 | Stephan Natarp Joës Averkampf |
Johan-Henrich Schulte Johan Henrich Homan sen. |
| Franz Wilberding | 1746–1764 | Joës Averkampf Bernhard Pottgießer |
Johan Henrich Homan sen. Johan Henrich Homan jun. |
| Anton Baeck | 1764–1804 | Bernhard Pottgießer Johann Dankelmann |
Johan Henrich Homan jun. Johan Henrich Homan Sohn |
| Johann Ficker | 1805–1836 | Johann Dankelmann Ignatius Edelbrock Johann Möllmann |
ab 1814 Bernhard Heise |
| Johann Möllmann | 1836–1872 | Heinrich Loyer | Bernhard Heise Josef Heidfeld Lehrer Düsing |
| Heinrich Niester | 1872–1890 | Heinrich Loyer Hubert Böckenhoff |
Lehrer Düsing Bernhard Schmitz |
| Ludwig Weltmann | 1891–1931 | Hubert Böckenhoff Josef Dieck Josef Römer Heinrich Geukling Wilhelm Asselhoff |
Bernhard Schmitz Bernhard Schnückel sen. |
| Alois Dönebrink | 1931–1950 | Wilhelm Asselhoff Theodor Höwener Hermann Depenbrock Arthur Bohr |
Bernhard Schnückel sen. |
| Anton Janning | 1950–1960 | Arthur Bohr Heinrich Ahland Alois Terodde |
Bernhard Schnückel sen. |
| Fritz Völker | 1960–1979 | Alois Terodde Erich Bordewick und Bruno König (1962, Vertretung) Bernhard van Nahmen Theodor Webbeler |
Bernhard Schnückel sen. Bernhard Schnückel jun. Paul Haverkamp Dieter Micha Johanna Brüggemann |
| Hermann Honermann | 1979–2010 | keine weiteren Vikare in der überlieferten Liste | Johanna Brüggemann Renate Offers Maria Schröer |
| Ludger Schlotmann | 04.12.2010–28.08.2015 | keine weiteren Vikare in der überlieferten Liste | Maria Schröer |
| Michael Kroes | ab 29.08.2015 | keine weiteren Vikare in der überlieferten Liste | Maria Schröer ab 2023 Maria Vatterodt |
Vikarie
Eine Vikarie am St.-Annen-Altar wird erstmals 1487 erwähnt und war eine Stiftung des Hauses Vorhelm. 1503 ist mit Jaspert beziehungsweise Jasper ein Vikar überliefert, 1518 erneut ein Vikar „to Sunte Annen Altar“.
Im Jahr 1640 wurde die Vikarie durch das Haus Vorhelm neu gestiftet. Ab 1642 lässt sich die Reihe der Vikare weitgehend geschlossen nachvollziehen.[1]
Küster und Organisten
Das Küsteramt lässt sich in Vorhelm ab 1648 nahezu lückenlos verfolgen. Viele der Küster versahen zugleich den Organistendienst an der Pfarrkirche.[1]
Pfarrkirche
Zentrales Gotteshaus der Gemeinde ist die St.-Pankratius-Kirche.
Die Geschichte des Kirchenstandortes reicht bis in das Mittelalter zurück. Die heutige neugotische Kirche wurde zwischen 1891 und 1893 nach Plänen von Hilger Hertel d. Ä. und Hilger Hertel d. J. errichtet.
Die ausführliche Bau- und Ausstattungsgeschichte wird im Artikel St. Pankratius Kirche behandelt.
Literatur
- Hermann Honermann: Die St.-Pankratius-Kirche zu Ahlen-Vorhelm. Herausgegeben zum hundertjährigen Kirchweihfeste der jetzigen Kirche am 25. Oktober 1993, Ahlen 1993.