Ziegelei Beumer
| Ziegelei Beumer | |
|---|---|
| Anschrift | Hammer Straße 4730 |
| Branche | Ziegelei |
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Die Ziegelei Beumer war ein Ziegelwerk an der Hammer Straße in Ahlen. Die Anlage lag östlich der Straße, gegenüber dem heutigen Gewerbegebiet „Kleiwellenfeld“, und prägte das südliche Stadtbild über viele Jahrzehnte. Besonders markant waren der Ringofen mit rotem Ziegeldach und der 45 Meter hohe Schornstein. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Lage
Die Ziegelei befand sich an der Hammer Straße in südlicher Richtung von Ahlen nach Hamm. Vom Straßenraum aus war die Anlage weithin sichtbar. Östlich der Hammer Straße lagen sowohl die Werksanlagen als auch Teile der Rohstoffgewinnung. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Anlagen und technische Ausstattung
Kernstück der Ziegelei war ein Ringofen unter einem roten Ziegeldach, der von einem 45 Meter hohen Schornstein überragt wurde. Südlich des Ringofens stand das Maschinengebäude mit den Dampfmaschinen, die die Produktionsanlagen antrieben. Rechts und links davon befanden sich langgestreckte Ziegeltrockenschuppen. Östlich des Ofens stand ein rot geklinkertes Gebäude mit Werkswohnungen für Familien sowie Gemeinschaftsanlagen für die Arbeiter, darunter Küche, Speisesaal und sanitäre Einrichtungen. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
Im Jahr 1900 beantragte der damalige Besitzer Heinrich Beumer die Genehmigung zur Errichtung eines Gebäudes mit Schlaf- und Speisesälen für die Ziegeleiarbeiter. Zu diesem Zeitpunkt war der Ringofen bereits vorhanden. Er war nach dem Prinzip des Hoffmannschen Ringofens errichtet worden und diente dem kontinuierlichen Brennen von Ziegeln. :contentReference[oaicite:4]{index=4}

Rohstoffgewinnung und Transport
Zur Ziegelei gehörte eine Feldbahn, die von einer Diesellok gezogen wurde. Sie brachte in Kipploren Mergel, Ton oder Lehm aus östlicher Richtung zur Ziegelei. Die Gleise verliefen entlang der Straße „Im Hövenerort“, bogen an der Hammer Straße nach Süden ab und führten von dort zum Werk. :contentReference[oaicite:5]{index=5}
Die Rohstoffe wurden überwiegend in der Nähe der Ringofenanlage an der Hammer Straße gewonnen. Weitere Lagerstätten lagen nördlich des blauen Wasserturms an der Guissener Straße sowie am Richterbach in Höhe der heutigen Kurt-Schumacher-Straße und Eibenstraße. Dort befanden sich in einem nacheiszeitlichen Auengelände Anschwemmungen von Lehmen und Tonerden, die wegen ihrer Mächtigkeit von bis zu drei Metern als abbauwürdig galten. :contentReference[oaicite:6]{index=6}
Eigentümergeschichte
1933 verstarb der Ziegeleibesitzer Heinrich Beumer. Alleinerbe wurde sein Sohn, der Ziegeleibesitzer Bernhard Beumer. Neun Jahre später starb auch Bernhard Beumer. Aufgrund des Erbganges ging das Unternehmen auf dessen Ehefrau Sofia Beumer geb. Hagedorn sowie auf die damals noch minderjährigen Kinder Karl Heinrich, Robert Franz und Elisabeth Magdalena über. :contentReference[oaicite:7]{index=7}
Stilllegung und Abbruch
Die Produktion wurde wahrscheinlich bereits im März 1970 eingestellt. Als ein wesentlicher Grund gilt, dass immer weniger geeigneter Lehm in abbauwürdiger Nähe der Ziegelei vorhanden war. :contentReference[oaicite:8]{index=8}
Am 8. Oktober 1979 wurde der 45 Meter hohe Schornstein gesprengt; anschließend wurde auch der Ringofen abgerissen. Der beim Abbruch entstandene Bauschutt diente als Fundament für den Lärmschutzwall entlang der Ostseite der Hammer Straße, der im Zuge der neuen Trassenführung der Straße angelegt wurde. Der Wall wurde später mit Mutterboden abgedeckt und mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Das verbliebene Wohngebäude wurde im Dezember 2011 abgebrochen. :contentReference[oaicite:9]{index=9}
Heutige Spuren
Heute sind an Ort und Stelle der ehemaligen Ziegelei kaum noch Spuren zu finden. Sichtbar geblieben sind jedoch die früheren Feldbahngleise in der Straße „Im Linnenfeld“, die dort schräg zur Fahrbahn durch den Asphalt verlaufen. Außerdem befinden sich unter dem Lärmschutzwall an der Ostseite der heutigen Hammer Straße noch Steine und Schotter aus dem Abbruch des Ringofens. :contentReference[oaicite:10]{index=10}
Auch die früheren Abbauflächen für Lehm und Ton wurden inzwischen mit Müll verfüllt und anschließend mit Mutterboden abgedeckt. Gegenüber der heutigen Kaserne ist jedoch noch ein Bereich erkennbar, der infolge der früheren Ausbaggerung etwa 1,00 bis 1,50 Meter tiefer liegt als die östlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. :contentReference[oaicite:11]{index=11}
Quellen
- Senioren Ahlen: Sütterlin – Dampfziegelei B. Beumer (1)
- Senioren Ahlen: Sütterlin – Dampfziegelei B. Beumer (2)