Berliner Park
Beschreibung
Geschichte
Mit dem Abteufen der Zeche Westfalen im Jahre 1909 und dem ab 1913 erfolgten Kohleabbau traten durch Bergsenkungen im Bereich der Werse immer häufiger Überschwemmungen auf. Um die Hochwassergefahr im Bereich des mäandrierenden Flusstales zu beseitigen und die Uferbereiche besser nutzen zu können, begann man in den späten zwanziger Jahren im Rahmen von "Notstandsarbeiten" mit der Begradigung des Flusses. Als Rückstaubecken wurde um 1930 der grosse Teich nördlich der Werse angelegt. Der Bodenaushub wurde am südlichen Ufer aufgeschüttet und mit einer Lindenallee bepflanzt. Für die Kultur von Seidenraupen pflanzte man auch zahlreiche Maulbeersträucher an.
Der weitere Ausbau des Parks am Werseteich erfolgte erst im Verlauf der fünfziger Jahre. Das überwiegend feuchte Gelände wurde in einer ersten Phase hauptsächlich mit Erlen, Weiden und Pappeln, ergänzt durch Buchen, Eichen und Ahorn bepflanzt. Bei der Planung des Parkes ging der zuständige Gartenmeister Wilhelm Reiberg ähnlich wie beim Stadtpark Kampenwiese von zentralen Rasenflächen und raumbildenden grossen Gehölzgruppen aus. Beim Bau des Wegesystems wurde der Durchgangsverkehr und die ruhige Erholungsfunktion des Parks berücksichtigt. Mit der 1954 erfolgten Entschlammung des Werseteiches wurde am Südufer der Werse ein kleiner Rodelberg am Kinderspielplatz geschaffen. Südlich des 1955-56 errichteten städtischen Hallenbades wurden eine Sitzterrasse sowie ein mit Wasserspielen ausgestatteter und mit Natursteinmauern eingefasster Teich angelegt. Mit der von Robert Paulmichel geschaffenen Bronzegruppe "Jungen mit Fisch" war die Terrassenanlage zu dieser Zeit der Mittelpunkt des Parkes. Im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft zwischen Ahlen und Berlin-Schöneberg wurde der Park 1958 in "Berliner Park" umbenannt. Die Stadt Berlin stiftete eine Bronzeplastik des Wappentieres nach einen Entwurf von Professor Bobeck. Am Aufstellungsort wurde dann nach Planungen des städtischen Grünflächenamtes eine Brunnenanlage mit drei Fontänen geschaffen. Nicht weit davon stellte man als Mahnmal für die geteilte Stadt Berlin eine etwa drei Meter hohe Betonstele nach einem Entwurf von Hermann Schweizer auf. Um 1960 wurde eine etwa 1 ha grosse Hofstelle südlich des Bahndamms von der Stadt Ahlen aufgekauft und dem Park angegliedert. In diesem Bereich sollte ein neu ausgehobener Teich mit stark geschwungener Uferlinie den passenden Rahmen für einen alten Hof bilden, den man infolge von Bergbauschäden an anderer Stelle im Stadtgebiet abgebaut hatte. Der Gräftenhof sollte im Park einen neuen Aufstellungsort finden. Bis auf den Teich wurde die Idee nicht realisiert. Südlich des neu gestalteten Parkteiles wurde dann in den nachfolgenden Jahren eine Berufsschule gebaut.